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Berufsrecht


Die Angehörigen der verkammerten Berufe unterliegen einem mehr oder weniger strengen Berufsrecht.
Dieses Berufsrecht ist häufig nicht up to date und hat die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes verschlafen. Allein die von einigen Kammern noch vertretenen Ansichten zu den Beschränkungen des Werberechtes der freien Berufe erinnern an Zeiten vor dem Bastille-Beschluß des Bundesverfassungsgerichtes.

Wenn Sie einem der Kammeraufsicht unterliegenden Beruf ausüben und „Ihre“ Kammer Sie zur Stellungnahme in einer Aufsichtssache auffordert, sollten Sie die Besonderheiten des Berufsrechtes kennen.

Rechtsanwalt Jede bearbeitet seit Jahren als Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer Berlin Beschwerde- und Aufsichtsverfahren und ist daher mit dem Berufsrecht vertraut. RA Jede vertritt Sie in allen berufsrechtlichen Verfahren, Rechtsanwälte jedoch nur, sofern sie nicht der Berliner Kammer angehören – um Interessenkollisionen auszuschließen..

Neben den wirklichen Problemen unserer Zeit beschäftigen sich die Justizverwaltungen auch mit modischen Fragen. So schreibt die Berliner Verwaltung den Rechtsanwälten vor, daß sie nicht nur mit Robe, sondern auch mit Hemd und Krawatte in weißer oder unauffälliger Farbe vor den Richtern zu erscheinen haben. Das Oberverwaltungsgericht Berlin Brandenburg bestätigt diese Kleiderordnung mit einer interessanten nachstehend wiedergegebenen Begründung. Zwar habe der Gesetzgeber der Anwaltschaft die Regelungskompetenz übertragen, die diese auch mit der Verpflichtung zum Tragen der Robe ausgeübt habe. Die Sperrwirkung dieser Regelung gelte aber nur solange und soweit der Bund einen Komplex erschöpfend geregelt habe. Da nur die Frage der Robenpflicht geregelt sei, bleibe unterhalb dieser Grundpflicht Raum für ergänzende Regelungen der Länder. Mit anderen Worten: Wenn der Bundesgesetzgeber nur die Robenregelung getroffen habe, können die Länder die Farben der Socken regeln.

Dies ist der Beschluß: