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Ausbildungsplatz ReFa

 

- Wir bilden aus!

 

So gut wie jedes Jahr suchen wir nach den Halbjahreszeugnissen einen Auszubildenden(Anm.) für die jeweils im August beginnende Ausbildungsperiode. Erschreckend ist, dass 98% der Bewerbungen so grottenschlecht sind, dass sie nur für die Ablage „P“ (wie „P“apierkorb) zu gebrauchen sind.

Falls Sie mit dem Gedanken spielen Rechtsanwaltsfachangestellte zu werden, bedenken Sie bitte, dass Sprache, die deutsche Sprache, Ihr Medium sein wird. Sicherlich wird sich Ihr Deutsch während der Ausbildung verbessern, Sie werden aber keine Chancen haben, wenn Sie nicht bereits mit der Sprache umgehen, mit ihr spielen können.

Wir halten es für grundsätzlich falsch, den Beruf nur für Abiturienten zu öffnen; in den letzten Jahren mussten wir jedoch die Erfahrung machen, dass Absolventen der anderen allgemeinbildenden Schulen nicht die notwendigen Kenntnisse (Deutsch, insbesondere Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck) mitbrachten.

Einige Bewerber verkennen Sinn und Zweck einer Bewerbung: Es geht nicht darum, möglichst viele Bewerbungen „abzuarbeiten“ in der Hoffnung, „die Masse bringts“. Vielmehr dient die Bewerbung dazu, den potentiellen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass der Bewerber nicht nur für den Beruf im Allgemeinen, sondern gerade für „seinen“ Betrieb die richtige Wahl ist.

Das bedeutet zum Beispiel, dass man sich über den Betrieb, bei dem man sich bewirbt, informiert - z.B. auf seiner Homepage. Sinnvoll ist es auch, sich wirklich über den angeblichen Traumberuf zu informieren. Nicht auszurotten ist die Formulierung im Anschreiben: „… habe mich immer schon für Recht und Gerechtigkeit interessiert.“ Wer solch einen Blödsinn schwafelt, weiß nichts über den Beruf der/des Rechtsanwaltsfachangestellten!

Auch der Lebenslauf ist so unwichtig nicht. Beispielsweise ist die Angabe zu Geschwistern etc. für den Arbeitgeber ein Hinweis auf soziale Kompetenz falls sich keine anderen Angaben im Lebenslauf dazu finden (Leistungssport, soziale Aktivitäten).

Kommen wir zur Rubrik „Besondere Kenntnisse / Hobbies / Lieblingsfächer": Ersteres ist spannend, letzteres überflüssig. Hobbies interessieren den Arbeitgeber nur dann, wenn sie auch aussagekräftig sind (das gilt zum Beispiel nicht für „Lesen, Tanzen, mit Freunden zusammen sein“, sondern für „Lieblingsautor Sergej Luikianenko, Lateinamerikanische Tänze im Verein, Jugendgruppe bei der Feuerwehr“).

Glauben Sie wirklich, dass für ein relativ konservatives Rechtsanwaltsbüro am KuDamm jemand in Frage kommt, der einen Werkzeugkasten im Gesicht trägt (oder nennt man das Piercing?)? Auch hier wird sich der Bewerber die Mühe machen müssen darüber nachzudenken, wie wohl sein Photo beim potentiellen Chef ankommt. Ein Ausschnitt bis zum Bauchnabel ist es bei uns jedenfalls nicht.

Wie man es besser macht, können Sie in vielen Büchern nachlesen; uns hat "Richtig bewerben" von Andrea Nasemann am Besten gefallen, obwohl es schon älter ist. 

Zu guter Letzt können Sie sich ansehen, wie man ein Bewerbungsanschreiben jedenfalls nicht machen sollte.

Bewerbung 2

Bewerbung 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweis AGG

Nein, wir diskriminieren nicht nach Geschlechtern! Selbstverständlich ist es für unsere Einstellungsentscheidung völlig egal, ob es ein Bewerber oder eine Bewerberin ist. Wir wollen uns vom Gesetz (§§ 11, 7 I AGG).) nicht zu sprachlichen Ungeheuern im Text verleiten lassen. Die in unseren Texten ggfl. verwandten Genera sind nicht zur Diskriminierung des jeweils anderen Geschlechtes bestimmt.

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